Oman
Sehenswürdigkeiten
Das »Hauptstadt-Gebiet« Masqat besteht eigentlich aus drei Städten, die durch Bergrücken voneinander getrennt sind. Masqat ist die alte Hafenregion, Mutrah im Nordwesten zentrales Handelsviertel und wichtigster Landeshafen, während Ruwi sich erst in der letzten Zeit zu einem modernen Handels- und Verwaltungszentrum entwickelt hat.
Masqat (Muscat)
Masqat ist seit Ende des 18. Jh. Hauptstadt, kann sich jedoch wegen der schwarzen Berge, die es von drei Seiten her einengen, nicht weiter ausdehnen. Die ummauerte Stadt besitzt vier Tore, die heutzutage der Regelung des Verkehrs dienen. Das größte Tor, Bab al-Kabir, ist für die Einfahrt bestimmt, Bab al-Waljat für die Ausfahrt, Bab al-Mathaib für Lastfahrzeuge und Bab al-Saghir für Fußgänger und Esel. Obwohl es in der Altstadt nur wenige Touristenattraktionen gibt, schlendern viele Leute einfach gerne durch die engen, steilen Gassen und genießen die Atmosphäre.
Spazieren Sie durch das Haupttor zum Wadi al-Kabir. Weiter draußen gelangen Sie zu einem alten Friedhof und schließlich zum Platz der Brunnen, dem Tawi-yan al-Alwiyat. Einer dieser Brunnen wird noch heute von Ochsen angetrieben.
Im Osten und im Westen wird Masqat von je einer Festung bewacht, die die Portugiesen im späten 16. Jh. auf arabischen Grundmauern errichten ließen. Damals war die Stadt nur vom Meer her zugänglich, und die gedrungenen Steinbauten machten den Hafen fast uneinnehmbar. Noch bis 1970 wurde die Schließung der Stadttore jede Nacht von beiden Türmen aus von Böllerschüssen begleitet. Die Anlagen werden heute von Polizei und Armee genutzt und sind deshalb nicht öffenlich zugänglich; man darf sie aber fotografieren.
Fort Jalali im Osten diente bis ins 20. Jh. als Gefängnis. Im Fort Mirani, wo noch ein paar alte Bronzekanonen stehen, ist die königliche Garde untergebracht.
Der imposante Sultanspalast, dem ein Teil der Altstadt weichen musste, steht am Meeresufer. Richten Sie Ihr Augenmerk auf die reizvollen omanischen Häuser in ihrer Mischung aus arabischer, indischer und portugiesischer Bauweise mit kunstvoll geschnitzten Türen und hohen Mauern, die zum Abhalten der Hitze mindestens 1 m dick sind. Hier und da heben sich leuchtend rosafarbene oder tiefrote Bougainvilleen vom blendenden Weiß der Mauern ab. Eines der schönsten Häuser ist Beit Fransa (die frühere französische Botschaft) in der Nähe des Haupttors. Beit Nadir, ein stattliches Kaufmannshaus aus dem 18. Jh., liegt an der Hauptstraße. Beide Gebäude sind jetzt Museen.
Mutrah
Obwohl ebenfalls von Bergen umgeben, hat Mutrah mehr Raum zur Ausdehnung als Masqat. Die sich um die Bucht windende Küstenstraße, die »Corniche«, zeugt vom Fortschritt; moderne Bank- und Bürogebäude wechseln ab mit traditionellen Häusern in omanischem und indischem Baustil. Passagier- und Frachtschiffe legen zwischen altertümlichen hölzernen Dhaus (Segelfahrzeugen) im geschäftigen neuen Hafen Mina Qaboos an.
Fort Mutrah, 1580 von den Portugiesen errichtet, beherrscht den Hügel über der Bucht, man kann es aber nicht besichtigen.
Hauptanziehungspunkt für Touristen ist der Suk, wo eine Fülle prächtiger Stoffe aus Indien ausliegt und wo sich Früchte und Gewürze auftürmen. Sehr beliebt sind die auf Silberschmuck spezialisierten Läden.
Der alte Fischmarkt am Dhau-Hafen hat weiterhin regen Zulauf. Muschelhändler bauen hier ebenfalls ihre Stände auf. Der frühe Morgen ist die beste Besuchszeit.
Ruwi
Viele Dienstleistungseinrichtungen, die in Mutrah und Masqat keinen Platz mehr hatten, befinden sich hier; in den Straßen der Stadt drängt sich ein außergewöhnliches Völkergemisch. Ruwis Hotels sind ein beliebter Treffpunkt für Geschäftsleute, und mehrere kleine Restaurants sind aus dem Boden geschossen, um die Bedürfnisse dieser internationalen Kundschaft zu befriedigen.
Das Fort Beit al-Falaj etwas nördlich des Stadtzentrums wurde Ende des 18. Jh. als Sommerresidenz für den Sultan errichtet. Nun befindet sich hier das Museum der Streitkräfte des Sultans. Es verfolgt die Geschichte Omans von vorislamischen Zeiten bis zur jüngsten Vergangenheit mit der Niederschlagung der Aufstände im Jebel Akhdar und in Dhofar.
Ein Wahrzeichen Ruwis ist der Uhrturm, besonders nachts, wenn eine Seite als überdimensionaler TV-Bildschirm dient.
Qurm
6 km westlich von Mutrah liegt das einstige Fischerdorf Qurm, heute ein modernes Wohngebiet von Groß-Masqat. Ein Naturschutzgebiet lädt zum Besuch ein, und im Ministerienviertel von Medina Qaboos befinden sich gleich drei sehenswerte Museen: Die Sammlungen im Oman-Museum umfassen Archäologie, Kultur und Kunsthandwerk, Architektur und Seefahrtsgeschichte. Der Eintritt ist frei. Das Museum befindet sich in einem kleinen weißen Gebäude neben dem Informationsministerium. In der Nähe des Außenministeriums zeigt das Das Kindermuseum wissenschaftliche Ausstellungsgegenstände zum Anfassen und Mitmachen - auch für Erwachsene interessant. Beim Kulturministerium finden Sie schließlich das Naturgeschichtliche Museum. Hier erhält man Einblick in Omans Geografie, Geologie, Flora und Fauna - samt einem Wal-Skelett. Die Exponate erläutern die Bemühungen zum Schutz der Wildtiere, die sich in für uns erstaunlicher Weise an die harten Bedingungen angepasst haben, aber durch Verlust ihres Lebensraumes bedroht sind.
Forts am laufenden Band
Omans Geschichte ist in den Steinen und Lehmziegeln der Verteidigungsbauten festgehalten, von den großen Bollwerken an der Küste bis zu den Ketten von Wachttürmen, die auf fast jeder Hügelkuppe stehen.
Das Dorf Al-Hazm auf dem Weg von Masqat nach Rustaq besitzt ein interessantes Fort, das größtenteils aus dem 18. Jh. stammt, obwohl laut einer Inschrift auf einer Innenmauer ein Teil davon schon auf das Jahr 1512 zurückgeht. Ein Raum im Obergeschoss diente als Moschee, wie die Gebetsnische (mihrab) in der Wand andeutet; in einem andern befand sich vielleicht eine Koranschule. Beachten Sie in dem Raum genau über dem Haupteingang die Öffnungen, durch die man Besucher musterte und auf ungebetene Gäste heißes Öl goss? Auf dem Dach sehen Sie alte Kanonen und Kugeln, die das Wappen des portugiesischen Königs tragen.
Rustaq war eine Zeit lang Omans Hauptstadt und besitzt ein über einer natürlichen Quelle errichtetes großartiges Fort, Qalat al-Kesra. Von einem Türmchen aus bietet sich ein herrlicher Blick auf die Umgebung. Unmittelbar vor dem Eingang zur Festung befindet sich ein kleiner Suk.
Die etwa 170 km von Masqat entfernte Oasenstadt Nizwa ist ein sehr beliebtes Ziel für Tagesausflüge. Sie ist seit Jahrhunderten religiöser und kultureller Mittelpunkt der streng gläubigen Ibaditen. Außerdem hat hier die Handwerksindustrie Omans ihr Zentrum. Vor der Moschee mit ihrer blauen Kuppel stehen meist Lastwagen, von denen aus die Händler ihre Waren anbieten; gehen Sie jedoch fürs Einkaufen hinter die Moschee in den gedeckten Suk. In den kleinen Seitengässchen können Sie bestimmt Hersteller von Krummdolchen (khanjar) bei der Arbeit beobachten.
Das Fort aus dem 17. Jh. auf der anderen Seite der Moschee diente 300 Jahre lang als Palast, Gefängnis und Regierungssitz.
Das fast vollständig von einer 12 km langen Lehmmauer umschlossene Bahla, 35 km westlich von Nizwa, gilt als Aufenthaltsort von Zauberern, Hexen und Wahrsagern. Es war im 15. Jh. Landeshauptstadt. Das nahe Fort Jabrin, 50 km von Nizwa, wurde renoviert und mit verschiedenen Haushaltsgegenständen ausgestattet. Mit den bemalten Deckengewölben und kunstvoll geschnitzten Balkonen stellt diese Palastfestung aus dem 17. Jh. eines der schönsten Beispiele traditioneller omanischer Architektur dar.
Al-Hamra, eine Siedlung mit einfachen Lehmbauten in einem Wadi in den Bergen nördlich von Bahla, liegt in einer grandiosen Landschaft. Es gelingt kaum, das Dorf Misfah vom Felsen unterscheiden, aus dem es gehauen ist. Im Schatten der Zitronenbäume winden sich Gässchen hinauf zu den Häusern, die wie Höhlen anmuten.
Sohar an der Küste nördlich von Masqat nimmt heute dreimal weniger Fläche ein als vor 1000 Jahren, als es der wichtigste Hafen der islamischen Welt war. Sein Fort mit sechs runden Türmen geht auf das 17. Jh. zurück.
Oase Buraimi
Diese große, gut bewässerte Oase im Binnenland ist zwischen Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) aufgeteilt. Von Sohar aus führt ein Weg über das Gebirge; wer diese Route wählt, braucht eine Bewilligung, die das Einwanderungsbüro des In nenministeriums ausstellt. Sind Sie einmal in der Oase, können Sie sich ungehindert zwischen dem omanischen Teil und der wuchernden modernen Stadt Al-Ain in den VAE bewegen.
Bis in die 1950er-Jahre gab es in dieser Region keine feste Grenze. Ein Versuch Saudi-Arabiens, die Oase an sich zu reißen, wurde vereitelt; dafür sorgten Scheich Zayed bin Sultan (bis 2004 Emir von Abu Dhabi und Präsident der VAE) mit seiner Beduinentruppe und von britischen Of?zieren angeführte omanische Kräfte.
Buraimi war über 1000 Jahre lang Umschlagplatz der Karawanen, und seine Suks und Viehmärkte sind nach wie vor ein großer Anziehungspunkt für die Beduinen. Mehrere der alten Wehranlagen sind noch erhalten - ein scharfer Kontrast zu klimatisierten Bürogebäuden und Luxushotels. Vom restaurierten Fort Al-Khandaq bietet sich ein prachtvolles Panorama über die Oase und die Wüste im Hintergrund.
Musandam
Eine gebirgige Halbinsel mit ein paar Inselchen, vom übrigen Oman durch Territorium der VAE abgeschnitten, springt gegenüber der nur 50 km entfernten iranischen Küste weit in die Straße von Hormuz vor. Die karge Bergregion war früher militärisches Sperrgebiet. Jetzt sind die Grenzen offen, und in der Provinzhauptstadt Khasab gibt es bereits ein paar touristischen Einrichtungen. Supertanker ziehen durch den Arabischen (Persischen) Golf; ihre Fracht ist ein wesentlicher Teil des weltweit geförderten Öls. Sie halten sich, bewacht von der Marine des Sultans, an die omanische Seite der Meerenge.
An der Küste südlich von Masqat
Dank seiner ausgezeichneten Lage am Ostzipfel der Arabischen Halbinsel war Sur jahrhundertelang eine wichtige Hafenstadt. Marco Polo machte hier im 13. Jh. Halt und berichtete, dass viele Handelsschiffe aus Indien anlegten, die Gewürze und andere Waren mitbrachten und prächtige Streitrosse ausführten.
Heute ist die Stadt zwar nicht mehr so geschäftig wie damals, doch ihre Strände sind wunderschön und die Dhau-Werft zählt zu den der wichtigsten des Landes. Nehmen Sie die kostenlose Fähre nach Ayga, einem kleinen Dorf, in dem die meisten der Schiffsbauer leben. Die Segelboote verlassen den Hafen mit einer großen Ladung Eis an Bord und kehren nach zwei Wochen auf See mit ihrem Fang zurück.
Etwa 1000 km südwestlich von Masqat liegt am Indischen Ozean die palmengesäumte Hauptstadt der Provinz Dhofar, Salalah. Einst ein wichtiger Hafen - von hier aus wurde seit undenklichen Zeiten der auf den umliegenden Hügeln angebaute Weihrauch exportiert - , ist es nun die zweitgrößte Stadt Omans, die trotz Modernisierung viel arabische Eigenart und Charme bewahrt hat. Kleine weiße, von Bougainvilleen umrankte Häuser stehen neben Bürotürmen, in Suks und Geschäften wimmelt es von Touristen, und die ältesten und neusten Moscheen erheben sich stolz Seite an Seite. Die von Kliffen geschützte Küste wartet mit einigen herrlichen Stränden auf, deren blendend weißen Sand klare, laue Fluten umspülen; in den Kokosnuss- und Bananenplantagen säuselt der Wind. Dank den Monsunregen ist die Küste auch im Sommer verhältnismäßig kühl und grün, während es im übrigen Land sehr heiß wird. Das Museum im riesigen weißen Kulturzentrum in der Ar-Robat-Straße birgt südarabische Steininschriften, Töpferwaren, Werkzeuge und Waffen, Schmuck und Trachten. Der Neue Suk hat außer Essbarem wenig Interessantes zu bieten; dafür gibt es im Gold-Suk orientalischen und modernen Schmuck zu kaufen.
Khor Rori, 40 km östlich von Salalah, war einst der wichtige Handelshafen Sumhuram. Hier wurde der Weihrauch auf Schiffe für den Export nach Osten oder auf seetüchtige Flöße verladen, die das kostbare Harz nach Qana in Jemen beförderten zum Weitertransport nach Damaskus, Jerusalem und Ägypten. Im nahen Fischerort Taqa trocknen in den Wintermonaten Unmengen von Sardinen am Strand - sie finden als Tierfutter Verwendung. Die Steinbrüche bei Taqa liefern den Großteil des Kalksteins, der zur Verkleidung der Gebäude in Salalah gebraucht wird. Mehrstöckige omanische Häuser und ein trutziges Fort sind der Stolz von Mirbat, rund 20 km von Taqa entfernt.
Mughsail, 30 km westlich von Salalah, hat einen wunderschönen, durch Felszungen geschützten Sandstrand.
Der Wüste entgegen
Der Jebel Qara nördlich von Salalah ist Heimat der Jebali, der Bergbewohner mit ihren großen Kamel- und Viehherden. Vereinzelte Palmengruppen lassen auf Ansiedlungen schließen; zerfallene Wachttürme ragen von Felsvorsprüngen wie krumme Finger in den Himmel. Familien bebauen das Land mit von Ochsen gezogenen Pflügen; uralte falaj-Kanäle bewässern Zwiebel- und Knoblauchfelder, Palmenhaine und Obstgärten.
Die Gegend von Thumrait, weiter nördlich über die Berge, ist bekannt für ihre wunderbare Wüstenlandschaft, durch die sich das lange schwarze Asphaltband der Straße nach Masqat zieht. Obwohl das Land öde und leer scheint, leben hier die Harasi, ein altes Beduinenvolk, das wahrscheinlich aus Äthiopien stammt und eine eigene Sprache spricht.
In der Nähe der kleinen Oase Shisr im Norden von Thumrait befinden sich die Ruinen von Ubar, einer bis in die 1990er-Jahre unter Sand vergrabenen Stadt. Die Archäologen haben bereits Teile davon freigelegt, die Ihnen vielleicht nicht gerade besonders spektakulär erscheinen mögen, deren Bedeutung aber nicht zu unterschätzen ist: Die Stadt, die einst an der Weihrauchstraße lag, soll 4000 - 5000 Jahre alt und durch ihre strategisch günstige Lage einst unermesslich reich gewesen sein.
Noch weiter landeinwärts liegt, auf Saudi-Arabien übergreifend, die legendäre Wüste Rub al-Khali - dieses »Leere Viertel« ist eine Mondlandschaft aus Dünen, spärlichen Dornbüschen und Felsen, die nur der abgehärtetste Beduine und die bestausgerüstete Expedition durchqueren kann.
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