Libanon
Geschichtlicher Überblick
Frühzeit
Das Gebiet ist seit der Steinzeit bewohnt. Phönizier besiedeln die Küste im 3. Jt. v. Chr. und gründen Handelshäfen wie Tyrus (auch Tyros, Sour), Sidon (Saida), Byblos (Jubail) und Beruta (Beirut).
16. - 12. Jh. v. Chr.
Die Region wird von den ägyptischen Pharaonen beherrscht. Aus der abgewandelten altägyptischen Schrift entwickeln die Phönizier das erste Alphabet; sie gründen zahlreiche Kolonien im ganzen Mittelmeerraum, wie Karthago in Nordafrika und Cádiz in Spanien.
6. - 4. Jh.
Persien kontrolliert die phönizischen Stadtstaaten, bis sie im 4. Jh. v. Chr. durch Alexander den Großen erobert werden. Nach dessen Tod gehören sie zum Reich der Seleukiden.
1. Jh. v. Chr. - 4. Jh. n. Chr.
64 v. Chr. wird die Region dem Römischen Reich einverleibt. Beirut entwickelt sich zum Lehrzentrum des römischen Rechts. Nach der Reichsteilung im Jahr 395 gelangt der Libanon unter byzantinischen Ein?uss.
7. - 13. Jh.
In Syrien, Ägypten und Nordafrika verbreiten die arabischen Eroberer den Islam; Beirut fällt 635. Es folgt eine Periode des Niedergangs. Zur Zeit der Kreuzzüge werden Tripoli, Beirut und Sidon 1110 durch König Balduin I. von Jerusalem eingenommen. Im gleichen Jahr wird der Seeverkehr mit Italien aufgenommen. 1291 vertreiben die Mamelucken die letzten Kreuzfahrer aus dem Heiligen Land, Syrien und dem Libanon.
16. - 19. Jh.
1516 werden die ottomanischen Türken die neuen Herrscher des Landes. Der Libanon erlebt zwei kurze Blütezeiten: zuerst unter Emir Fakhr ed-Din (1591 - 1633), der europäische Händler willkommen heißt und die Seidenherstellung fördert; dann unter Beshir II. (1781 - 1840). Der zunehmend blutige Kon?ikt zwischen Christen und Drusen führt 1860 zum Eingreifen der europäischen Mächte, angeführt von Frankreich.
20. - 21. J.
Nach der türkischen Niederlage im 1. Weltkrieg wird der Staat Libanon ab 1920 in seinen heutigen Grenzen französisches Mandatsgebiet und am 22. November 1943 zur unabhängigen Republik. Die Hauptstadt Beirut gewinnt als Finanzzentrum des Nahen Ostens an Bedeutung. 1958 droht der Bürgerkrieg zwischen Muslimen und Christen. Die USA entsenden eine Marinetruppe, um die Situation zu stabilisieren. 1967 greifen palästinensische Guerillas von den Flüchtlingslagern im Libanon Israel an. 1975 bricht der Bürgerkrieg aus. In Beirut teilt eine »Grüne Linie« den christlichen Osten vom vorwiegend islamischen Westen. Die israelische Armee besetzt den Südlibanon und über ein Jahr lang auch Beirut. Schließlich erhalten die rivalisierenden Gruppen von außen keine Unterstützung mehr und die syrische Armee setzt einen Waffenstillstand durch. Die 16 Bürgerkriegsjahre hinterlassen ein erschöpftes Land.
2005 wird der frühere Ministerpräsident Rafik Hariri Opfer eines Attentats. Im selben Jahr zieht Syrien seine Truppen endgültig aus dem Libanon ab. Die politische Situation ist nach wie vor angespannt; die Kämpfe zwischen der Hisbollah und Israel im Sommer 2006 hinterlassen erneut zerstörte Gebiete. Doch die Libanesen sind entschlossen, ihrem Land in Handel, Finanz und Kultur wieder eine führende Rolle zukommen zu lassen. Seit den 1990er-Jahren wird gebaut und restauriert, die Transportverbindungen werden verbessert; der Fremdenverkehr nimmt zu.
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