Libanon
Klein, aber fein
Der Libanon bietet eine erstaunliche landschaftliche Vielfalt auf kleinstem Raum - das Land ist nur 210 km lang und 80 km breit. Parallel zum schmalen Küstenstreifen verläuft das Libanon-Gebirge wie eine Mauer mit einigen über 2500 m hohen Gipfeln und wenigen Pässen. Im Winter sind die Berge mit Schnee bedeckt (der Name des Libanons bedeutet »weiß wie Milch«). Die Schneeschmelze verwandelt im Frühjahr die Wasserläufe in reißende Flüsse, die tiefe Schluchten in das Gebirge gegraben haben. In den schwer zugänglichen Tälern ?nden bedrohte Gemeinschaften seit je Schutz vor Angreifern. Im Osten der Berge liegt die fruchtbare Ebene des Bekaatals, wo Weizen, Melonen und Trauben angebaut werden. Dahinter beginnt die Anhöhe des Antilibanons, der die Grenze zu Syrien bildet.
Seit die Phönizier im 3. Jh. v. Chr. ihre Handelshäfen gründeten, wurde der schmale Landstreifen immer wieder von Eroberern heimgesucht: Ägyptern, Assyrern, Babyloniern, Persern, Griechen, Römern, Byzantinern, Arabern, Franken und Türken. Die Phönizier und ihre Nachkommen haben sie alle überlebt. Lange vor den Griechen segelten sie durch das ganze Mittelmeer bis zur Westküste Afrikas und sogar zu den britischen Inseln. Reisefreudig sind sie noch immer; heute leben mehr Libanesen in aller Welt als in ihrer Heimat.
Auf kleinem Raum finden sich im Libanon zahlreiche Religionsgruppen: verschiedene christliche Gemeinschaften, einige aus der Frühzeit des Christentums; sunnitische und schiitische Muslime sowie Drusen, die sich im 11. Jh. von den Schiiten abspalteten. Nicht weniger als 17 solcher Gruppen sind staatlich anerkannt. Um das heikle politische Gleichgewicht zu bewahren, wird die Macht der Größe der Religionsgemeinschaften entsprechend aufgeteilt: Der Präsident ist ein maronitischer Christ, der Premierminister Sunnit, der Parlamentsvorsitzende ein Schiit, usw. Davon abgesehen ist der Libanon eine lebendige Demokratie mit freier Presse, und die Libanesen sind gebildet und freundlich.
Die wichtigsten historischen und landschaftlichen Sehenswürdigkeiten sind leicht erreichbar, allerdings tut man gut daran, genug Zeit einzuplanen: Rund um die Hauptstadt herrscht dichter Verkehr, und die kurvenreichen Bergstraßen erfordern besondere Vorsicht.
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