Kuwait
Kuwait-Stadt
Fahd al-Salem, die Hauptverkehrsader der Stadt, ist von Billigläden und Bürogebäuden aus Glas und Stahl gesäumt, die nach dem Ölboom der 70er-Jahre in aller Eile errichtet wurden. Reste eines der fünf Tore der 1920 angelegten Stadtmauer stehen auf einer großen Verkehrsinsel am Anfang des Boulevards.
Die Arabian Gulf Road genannte Küstenstraße führt kilometerweit um die Bucht von Kuwait, bevor sie nach Süden verläuft. Das große weiße Bauwerk mit dem zeltartigen Dach ist das im Golfkrieg stark beschädigte, aber inzwischen in Stand gesetzte Gebäude der Nationalversammlung, entworfen vom Dänen Jørn Utzon, der sich mit Sydneys Opernhaus einen Namen machte. Draußen im Meer liegt noch das Schiff fest, in dem das Luxushotel Al-Salem eingerichtet war, bevor es die Iraker 1990/91 in Flammen aufgehen ließen.
Das Nationalmuseum, vormals eine wahre Schatztruhe islamischer Kunst, war während des Golfkriegs Ziel von Plünderungen und blinder Zerstörung. Viele Exponate konnte man inzwischen wiederbeschaffen, und sie sind nun erneut in den restaurierten Ausstellungstrakten zu bewundern.
Das gut ein Jahrhundert alte baufällige Sadu House in der Nähe zeigt eine Sammlung mit von Beduinenfrauen gefertigten Webarbeiten, und nebenan im geräumigen Al-Bader House von 1838 sehen Sie prachtvoll geschnitzte Holztüren, Ställe und einstöckige Lehmbauten um einen weiten Hof.
Wie die frühe Siedlung Kuwait ausgesehen haben mag, zeigt eine Stadtnachbildung, in der Kinder gern spielen, die aber auch traditionellen kulturellen Ereignissen dient. Im nahen Dhau-Hafen schaukelt eine Flotte von Holzschiffen, die bei Sonnenuntergang zum nächtlichen Fischfang aufs Meer hinausfahren; andere Dhaus werden für den Transport von Waren zwischen Kuwait und den Arabischen Emiraten, Iran und Westindien verwendet.
Im Sief-Palast geht der Emir seinen Staatsgeschäften nach, und die Große Moschee gegenüber - 1986 für fast 40 Millionen Dollar errichtet - bietet 10000 Gläubigen Platz.
Aus jeder Richtung sichtbar sind die drei nach Plänen von schwedischen Architekten erbauten Kuwait Towers an der Landspitze. Die beiden großen Türme mit ihren Kugeln dienen als Wasserspeicher; auf dem höchsten dreht sich in 122 m Höhe eine Aussichtsplattform - der Rundblick über den Golf und die Umgebung ist einmalig schön - , und in der Kugel darunter ist ein Restaurant eingerichtet. Der dritte Turm, spitz wie eine Nadel, versorgt die Stadt mit Strom und dient auch dazu, die beiden anderen nachts anzustrahlen. Als Gipfel der Skyline erhebt sich im Zentrum von Kuwait City der Liberation Tower genannte Fernmeldeturm mit seinen 370 m; seine Drehplattform liegt fast 30 m über der des Wasserturms.
Stundenlang vergnügen können Sie sich zu Füßen der Kuwait Towers im Aqua Park mit seinen Schwimmbecken, Rutschbahnen, einem trägen Fluss und dem Strand.
Das winzige Green Island rund 2 km weiter an der Küstenstraße ist durch einen Fußgängerdamm mit dem Festland verbunden; eine Kleinbahn um die Insel rollt auch zu der Stelle, wo die Kuwait-Türme in ihrem besten Licht erscheinen.
In südlicher Richtung gelangen Sie an weitläu?gen Palästen und Villen vorbei nach Salmiya, einem wegen seiner Fast-food-Lokale und Läden bei Kuwaits Jugendlichen beliebten Stadtteil. Die Pyramiden-Moschee - ein außergewöhnliches, wenn nicht einmaliges Bauwerk der islamischen Welt - steht seltsamerweise auf einer großen Verkehrsinsel.
Das Tariq Rajab Museum im Untergeschoss einer Villa im Jabriya-Viertel (westlich von Salmiya) birgt eine einzigartige Privatsammlung islamischen Kunstgewerbes: Schmuck, Keramik, Handschriften, Kalligrafien, Musikinstrumente, Waffen und Kleidung - teilweise jahrhundertealt. Die Ausstellungsstücke aus dem nahöstlichen und zentralasiatischen Raum sind schön angeordnet.
Zur Wüste hin
Während der letzten Tage der Besetzung im Februar 1991 wurde eine Gruppe von Widerstandskämpfern in Al-Qurain südlich von Kuwait-Stadt von irakischen Truppen aufgespürt und niedergemetzelt. Als Märtyrermuseum hat man hier zwei Häuser so belassen, wie sie von den alliierten Streitkräften vorgefunden wurden: voller Kugel- und Granateinschläge, mit blutbespritzten Wänden und Böden - eine bewegende Erinnerung an den Krieg am Golf.
Der Red Fort genannte, aber sandfarbene Palast in der Beduinenstadt Jahra westlich von Kuwait City ist ein weiträumiges Bollwerk aus dem 19. Jh. und war Schauplatz bedeutender Kämpfe, so auch 1920 während der Abwehr des Saudi-Angriffs auf das Emirat.
Ahmadi bildet den Mittelpunkt der Burgan-Bohrfelder. Im Ausstellungszentrum der Kuwait Oil Company (KOC) ist anschaulich dargestellt, wie Erdöl entsteht, gesucht, gefördert und verarbeitet wird und wie man nach dem Golfkrieg den durch Brandherde und Ölseen verursachten Umweltschäden zu Leibe rückte.
Von einer erfreulicheren Seite zeigt sich die rund 20 km nordwestlich von Kuwait-Stadt gelegene Entertainment City mit Themenparks, Brunnen und Teichen, Rummelplatz und Freizeitbeschäftigungen, die Sie einen ganzen Tag lang in Atem halten. Gleich außerhalb des Geländes be?ndet sich Kuwaits wichtigste Dhau-Werft, wo Sie vielleicht beim Bau eines dieser seetüchtigen Schiffe zusehen können.
Copyright © 2013 JPM Publications SA