Jemen
Geschichtlicher Überblick
1. Jt. - 2. Jh. v. Chr.
Die Zeit des Königreichs von Saba, über das Königin Bilkis herrscht. Das Land beliefert den Mittelmeerraum auf dem See- und Karawanenweg mit Weihrauch und Myrrhe. 115 v. Chr. herrscht die Himjariten-Dynastie mit ihrer Hauptstadt im heutigen Dhafar.
4. - 7. Jh. n. Chr.
Das Judentum und das Christentum breiten sich aus. Konflikte zwischen diesen beiden Religionen führen 525 zum Eingreifen der christlichen Äthiopier, die jedoch schon bald den Persern unterliegen. Ihr Statthalter tritt 628 zum Islam über. Im Gegensatz zur christlichen Glaubensgruppe kann sich eine jüdische Gemeinde im Jemen bis zur Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 behaupten.
10. - 17. Jh.
Ab dem 10. Jh. fällt das Imamat Jemen immer wieder unter verschiedene fremde Herrschaft. Die Türken fallen 1517 ein und beherrschen zeitweilig das ganze Land, müssen aber 1636 das Feld räumen.
19. Jh.
Die Briten besetzen 1839 das für ihren Zugang nach Indien strategisch wichtige Aden. Die Eröffnung des Sueskanals 1869 steigert die Bedeutung der Stadt. Die Türken bemächtigen sich gegen Ende des Jahrhunderts noch einmal großer Teile des Jemens.
20. - 21. Jh.
Der Norden wird am Ende des 1. Weltkriegs ein unabhängiges Königreich, Aden 1937 britische Kronkolonie. 1958 tritt das Königreich Jemen der kurzlebigen Vereinigten Arabischen Republik mit Ägypten und Syrien bei. In den 1960er-Jahren brechen Revolution und Bürgerkrieg aus. Im Norden wird 1962 die Arabische Republik Jemen (Nordjemen) ausgerufen, der Süden hingegen erlangt 1967 die Unabhängigkeit und erklärt sich 1970 zur Demokratischen Volksrepublik Jemen (Südjemen) nach marxistischem Vorbild.
Zwischen den beiden Jemen kommt es zu gelegentlichen Kampfhandlungen, im Südjemen herrscht noch in den 80er-Jahren Bürgerkrieg. 1990 erfolgt die Vereinigung zur Republik Jemen, erster Präsident wird Ali Abdullah Salih. Nach Einführung des Mehrparteiensystems finden 1993 Wahlen statt, bei denen auch Frauen zum ersten Mal ihre Stimme abgeben dürfen. Der Süden erklärt sich 1994 erneut unabhängig, doch der Sezessionsversuch wird nach zweimonatigem Bürgerkrieg niedergeschlagen. Im Herbst 2006 wird Salih für eine weitere siebenjährige Amtszeit wiedergewählt.
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