ZUR STORY:
TUTANCHAMUN - das Musical - zeichnet, basierend auf historischen Erkenntnissen, aber in durchaus subjektiver Interpretation derselben, das kurze und höchst intensive Leben des jungen Pharaos nach. TUTANCHAMUN ist ein unbeschwerter, aufgeweckter Neunjähriger, als das Schicksal (und das Vertrauen, das seine Großmutter in ihn setzt) ihn zum Herrscher über ein Weltreich macht. Ein Weltreich, das während der Regentschaft seines Vorgängers in eine innen- wie außenpolitisch äußerst brisante Lage geschlittert war. Fremd und allein in der königlichen Welt des Palastes von Theben sieht sich TUTANCHAMUN mit der Vielzahl von Pflichten und Ritualen des ägyptischen Pharao konfrontiert, der nicht nur weltlicher Herrscher war, sondern – gottgleich – auch dafür zuständig, dass die „höheren Mächte“ und Götter Ägypten wohlgesonnen waren. Wie in ägyptischen Königshöfen oftmals üblich, wurde TUTANCHAMUN mit seiner damals besten Freundin und Halbschwester Anchesenamun im Kindesalter verheiratet.
Die nächsten Berater und Lehrmeister des jungen Pharaos, der einflussreiche und mächtige Wesir Eje und der Oberbefehlshaber des Heeres Haremhab, haben sich beide schon selbst als zukünftiger Pharao gewähnt und machen dem jungen TUTANCHAMUN das Leben nicht leicht.
Als der intelligente, sympathische TUTANCHAMUN zu einem jungen Mann heranreift, soll er mit der schon in Kindertagen mit ihm verheirateten Anchesenamun zusammentreffen und ab nun gemeinsam mit ihr leben. Aus Sicherheitsgründen wurden die beiden halbwüchsigen getrennt voneinander großgezogen. Beim großen Opet Fest sieht TUTANCHAMUN die inzwischen zur wunderschönen Frau gereiften Anchesenamun wieder. Zuerst scheint alles wunderbar und die beiden Freunde aus Kindertagen treffen einander mit Freude. Bald jedoch erkennt Anchesenamun in TUTANCHAMUN den verwöhnten und arroganten Jungkönig, der trotz ihrer Anwesenheit mit den anderen Frauen flirtet und sich unmöglich und herablassend allen gegenüber benimmt. Die ehrliche und mutige Königin Anchesenamun sagt ihrem Mann und König ihre Meinung, dass sie ihn nicht liebe und dass sie mit einem solchen Scheusal nicht im gleichen Zimmer schlafen wird.
TUTANCHAMUN erkennt, dass er bisher praktisch nur eine Marionette des machthungrigen Haremhab war, der auch Eje geschickt zu beeinflussen versteht. Er ist eigentlich immer noch zu jung für die Verantwortung, die auf einem Pharao lastet. Er will seine Jugend auch leben und genießen und fühlt sich von seiner Bestimmung, seinem Schicksal, gefangen.
TUTANCHAMUN entschließt sich, seine Bestimmung zu leben. Mit Anchesenamun an seiner Seite will er Ägypten ein großer und gerechter Herrscher sein und nimmt die Regierungsgeschäfte – effektiv, und zum Nutzen seines Volkes - selbst in die Hand.
Anchesenamun sieht in TUTANCHAMUN nach anfänglicher Abscheu nicht nur den Herrscher, sondern vermag auch dem Menschen tief ins Herz zu sehen. Die Freundschaft aus Kindertagen entwickelt sich zum Band der Liebe, scheinbar für die Ewigkeit geknüpft.
Doch Haremhab will sich seine Machtposition nicht streitig machen lassen und spinnt ein Intrigennetz um den jungen Pharao, das letztlich zu einem Machtkampf auf Leben und Tod führt.
Die Themen sind heute wie damals aktuell, weil zutiefst menschlich:
Es geht um politische Intrigen, Macht und Machtmissbrauch, um die große Liebe, die die Ewigkeit überdauern kann, vor allem aber um die allumspannenden Sinnfragen:
Wer sind wir, warum sind wir und wohin gehen wir?
Unser junger König stellt sich selbst - seine Existenz, Fähigkeiten und Aufgaben - immer wieder in Frage: Warum wird der eine als Bettler geboren, der andere als König? Wie viel Wert hat ein einzelnes Individuum? Worin bestimmt sich dieser Wert? Haben wir alle eine Bestimmung? Und sollen wir versuchen, diese zu finden, zu leben, oder uns bemühen, sie zu ändern, oder auszubrechen? Haben wir das Recht dazu und – vor allem - haben wir die Macht dazu? Sind wir alle einem höherem Plan, dem Schicksal, unterworfen? Oder bloß purem Zufall?