Ägypten

Geschichtlicher Überblick

3. Jt. v. Chr.

Um 3000 v. Chr. entsteht das Alte Reich (1. und 2. Dynastie): Menes, der erste König, vereinigt den Norden des Landes (Unterägypten) und den Süden (Oberägypten) zu einem Reich. Die Hauptstadt ist zuerst Memphis (südlich des heutigen Kairo), später Luxor. Unter der 3. bis 6. Dynastie entstehen die Knickpyramide von Dahshur, die Pyramiden von Giseh, die ein Symbol des hierarchischen Staatssystems darstellen, sowie der Sonnentempel von Abu Gurab. Nach dieser ersten Blütezeit zerfällt das Reich in kleine Königtümer.

3. - 2. Jt. v. Chr.

Erste Zwischenzeit (7. - 10. Dynastie). Mentuhotep I. stellt Ägyptens Einheit wieder her und macht Theben zur Hauptstadt. Im Mittleren Reich (11. und 12. Dynastie) stehen Kunst und Literatur auf ihrem Höhepunkt, die ersten Obelisken werden geschaffen; die Bewässerungsanlagen des Nils werden ausgebaut. In der Zweiten Zwischenzeit (13. - 17. Dynastie) fallen die Hyksos aus Asien mit ihren Streitwagen ein.

16. - 12. Jh. v. Chr.

Neues Reich (18. - 20. Dynastie). Ägypten steigt zur Großmacht auf und dehnt - insbesondere unter Thutmosis III. - seine Grenzen und seinen Herrschaftsbereich aus; es erlebt die Blütezeit seiner Geschichte. Amenophis IV. (Echnaton) führt vorübergehend eine neue Religion ein mit Aton, der Sonnenscheibe, als alleinigem wahrem Gott. Die Tempel von Luxor, Karnak und Abu Simbel werden gebaut.

11. - 4.Jh. v. Chr.

Spätzeit (21. - 31. Dynastie). Libyer, später Nubier und Assyrer fallen ein. Während der 26. Dynastie ist Ägypten nochmals ein vereinigtes Königreich (664 - 525 v. Chr.), bevor die Perser das Land unterwerfen.

4. - 1. Jh. v. Chr.

Alexander der Große erobert Ägypten 332 v. Chr. und setzt den letzten Pharao ab. Unter Alexanders Nachfolgern, den Ptolemäern, wird die Hauptstadt Alexandria zum Zentrum griechischer Kunst und Kultur. Letzte Königin vor der Ankunft der Römer (30 v. Chr.) ist Kleopatra. Kaiser Augustus macht aus Ägypten eine römische Provinz.

1. - 6. Jh. n. Chr.

Das Christentum fasst schon im 1. Jh. in Alexandria Fuß und breitet sich rasch aus. Die als Kopten bekannten christlichen Ägypter gründen die ersten Klöster in der Einsamkeit, weit draußen in der Wüste, wo sie vor römischer und später byzantinischer Verfolgung sicher sind. Ägypten wird erst von Rom und dann von Byzanz aus regiert.

7. - 13. Jh.

Mit der Araberinvasion hält 639 der Islam Einzug. Die Fatimiden aus dem Maghreb erobern Ägypten 969 und machen Kairo zur Hauptstadt. Saladin nimmt das Land 1169 ein und gründet die Aijubiden-Dynastie.

13. - 15. Jh.

Die Aijubiden müssen den Mamelucken (türkische Söldner und ehemalige Sklaven) weichen: Das Land erlebt eine kulturelle Blütezeit.

16. - 19. Jh.

Die Türken erobern 1517 Ägypten, das zu einer Provinz des Osmanenreichs absteigt. 1798 marschiert die französische Armee unter Napoleon im Land ein und bleibt bis zur Ankunft der Briten 1801. Frankreich leistet im 19. Jh. Pionierarbeit auf dem Gebiet der Erforschung ägyptischer Monumente und Gräber; es war auch ein französischer Wissenschaftler, der 1822 das Rätsel der Hieroglyphen löste. Mohammed Ali schaltet die Mamelucken endgültig aus und modernisiert das Land. Der Sueskanal wird 1869 eröffnet, die Briten besetzen Ägypten 1882.

20. - 21. Jh.

Im Ersten Weltkrieg erklären die Briten Ägyptens Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich. FuadI. wird König, doch die Macht verbleibt bei den Briten. Im Zweiten Weltkrieg wird Rommels Afrikakorps 1942 bei El-Alamein von den Alliierten gestoppt. Militärs zwingen 1952 König Faruk zur Abdankung, Ägypten wird Republik, Gamal Abdel Nasser Staatsoberhaupt. Er nationalisiert 1956 den Sueskanal und lässt den Assuan-Hochdamm bauen. Drei Mal kommt es zum Krieg mit Israel (1956, 1967 und 1973). Präsident Anwar as-Sadat schließt 1979 Frieden mit dem Nachbarn - und wird 1981 ermordet. Sein Nachfolger ist Hosni Mubarak. 2008 führen stark gestiegene Preise zu Brotunruhen.

Royalairmaroc logo austrian logo emirates logo royaljordanian logo egyptair logo